Logo Wirtschaftspark Erftstadt

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein, um die Suche zu starten.

Standort mit Ausblick

Weiße Ware im WirtschaftsPark wird es nicht geben

verfasst am 21. Juli 2011 um 17:15 Uhr

ERFTSTADT. Zu hitzigen Diskussionen führte das Thema Einzelhandels- und Zentrenkonzept in der Ratssitzung am Dienstag. Es galt zu beschließen, dass das von einem Gutachter erstellte Konzept als Grundlage für die zukünftige städtische Bauleitplanung dient. Im Gutachten ist auch die Erftstädter Liste enthalten, die festlegt, welche Waren in den als Zentrum definierten Bereichen Lechenicher Innenstadt und Liblarer Einkaufszentrum (EKZ) verkauft werden dürfen, und welche Geschäfte ausschließlich außerhalb der Zentren angesiedelt werden sollen.

Über Einzelheiten und die Zuordnung bestimmter Warengruppen war im Vorfeld lange gerungen worden, insbesondere über die Frage, ob so genannte weiße Ware wie Elektrogeräte zentrenrelevant ist. Der Hintergrund: Der Investor, der viel Geld in das Liblarer EKZ stecken will, hat mit der Firma Hönig einen Anbieter von weißer Ware als Mieter. Gleichzeitig hat die Firma Lax beantragt, sich im WirtschaftsPark vergrößert anzusiedeln. Je nach Festlegung wird einer der beiden Firmen vor den Kopf gestoßen.

In der Sitzung machten einige Politiker ihrem offenbar lange angestauten Ärger Luft. So führte der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Bohlen aus, in Erftstadt gebe es keine Form der politischen Kultur, keine politische Führung und sachliche Themen würden immer wieder mit persönlichen Themen vermischt. Die Diskussion über das Einzelhandelsgutachten sei „typisch Erftstadt.“

Auch sein Gegenüber bei der CDU, Alfred Zerres, äußerte Missfallen. Dies lag vor allem daran, dass die CDU noch Beratungsbedarf sah und das Thema vertagen wollte, sich mit dem Antrag aber nicht gegen die übrigen Fraktionen durchsetzen  konnte. Zerres machte Bürgermeister Franz-Georg Rips schwere Vorwürfe, da er zugelassen habe, dass sich andere Politiker zur Sache äußerten, während er zunächst seinen Antrag entschieden sehen wollte. Insbesondere ärgerte den CDU-Mann, dass die lange Rede Bohlens nicht unterbrochen worden war, in der dieser seine Vorwürfe geäußert hatte.

Die Folge war, dass sich die CDU nach der Ablehnung ihres Antrages auf Vertagung nicht mehr an der politischen Entscheidungsfindung beteiligte und sich jeder Abstimmung zum Thema Einzelhandelsgutachten verweigerte – oder, wie es der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Eduard Hille formulierte, sich in die „Schmollecke“ zurückzog.

Daher bleibt abzuwarten, ob es bei den von den übrigen Fraktionen abgestimmten Beschlüssen schon das letzte Wort gesprochen ist. Nach diesen Abstimmungen gilt fortan das Einzelhandelskonzept mit seinen Empfehlungen und die „weiße Ware“ wird darin als zentrenrelevant eingestuft. Im WirtschaftsPark kann es daher keinen großflächigen Einzelhandel für dieses Sortiment gegen, die Firma Lax wird sich somit dort nicht ansiedeln können.

Dafür wird das Vertrauensverhältnis zwischen Stadt  und dem Investor des EKZ gewahrt. Lampen und Leuchtmittel werden, anders als im Vorfeld von der CDU gewünscht, als nicht-zentrenrelevant bewertet. Weitere Einzelaspekte wurden angesprochen und sollen teilweise noch von de rVerwaltung geprüft werden.

27. Juli 2011 – Kölner Rundschau, Anne Richter