Logo Wirtschaftspark Erftstadt

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein, um die Suche zu starten.

Standort mit Ausblick

Erftstadt-Lechenich – Ein ungewöhnliches Zeichen für Investitionsbereitschaft wollen mitten in der Corona-Krise Investoren setzen, die im Wirtschaftspark einen Hotelneubau planen. Beim ersten Anlauf, an der Otto-Hahn-Allee ein Hotel zu errichten, fehlte vor ein paar Monaten eine Mehrheit der Ratsfraktionen. Doch nun gab es breite Zustimmung. Lediglich die SPD sah noch Klärungsbedarf und enthielt sich daher im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses für Stadtentwicklung bei der Abstimmung über die Vergabe des 4500 Quadratmeter großen Grundstücks an die in Köln ansässige Firma Immonetzwerk Rainer Hau GmbH.
Geschäftsführer Hau hatte zuvor im Ausschuss zusammen mit Architekt Marc Böhnke vom Düsseldorfer Büro „green! architects“ und dem Düsseldorfer Vermögensverwalter Markus Mertens die Pläne für das Vorhaben präsentiert. Das Areal liege ideal am Eingang des Wirtschaftsparks unweit der Autobahn. Ausdrücklich wird auch auf den in Oberliblar geplanten Campus, also die Zweigstelle der Technischen Hochschule Köln verwiesen. Hierdurch verspreche man sich zusätzliche Hotelgäste.

80 bis 90 Zimmer und Dachterrasse geplant

Die Planung des dreigeschossigen Hotelgebäudes mit 80 bis 90 Zimmern sieht laut Architekt Böhnke eine großzügige Dachterrasse mit Ausblicken ins Grüne vor. Für die Hotelgäste würden 21 Stellplätze geschaffen, insgesamt sind auf dem Areal 46 Parkplätze und zwei gesondert für Menschen mit Behinderung geplant. Eine Tiefgarage ist nicht vorgesehen. Zusätzlich bietet das Hotelgelände Platz für 30 Fahrradstellplätze. Das Grundstück soll nördlich über den Römerhofweg und östlich über die Otto-Hahn-Allee erschlossen werden.

Wie Böhnke erläuterte, soll das Hotel aus Holzmodulen errichtet werden. Dies biete den Vorteil, dass alles später problemlos und ohne Umweltschäden zurückgebaut werden könne. Mit dem Baustoff Holz ließen sich Raummodule schnell und emissionsarm fertigen. Die Module könnten bereits mit kompletter Innenausstattung geliefert werden.

Krisenfester Partner

Etwa ein Dutzend Festangestellte solle es geben, hinzu kämen Arbeitsplätze für Reinigung und Ausstattung, teilte Böhnke auf Nachfrage von Axel Busch (SPD) mit. Als Ausschussmitglied Gabriele Molitor (FDP) wissen wolle, ob es schon Aussicht auf einen Betreiber des Hotels gebe, blieb die Auskunft vage. Angestrebt werde ein „krisenfester Partner“ einer renommierten Kette, wie etwa Best Western oder Dorint. In Erftstadt solle ein Drei-Sterne-Plus-Hotel mit annehmbaren Zimmerpreisen entstehen. Bei der Gastronomie sei man in der Planung flexibel. Denkbar sei ein Mittagstisch, der auch für die im Wirtschaftspark ansässigen Betriebe zugänglich sein könne. Grünen-Fraktionschefin Marion Sand lobte das Neubauprojekt, das nachhaltig geplant sei, weniger Versiegelung von Grünflächen vorsehe und ein Konzept der Zukunft verkörpere. CDU-Fraktionschef Thomas Schmalen hieß die geplante Investition ebenfalls willkommen, da gerade Hotelzimmer in Erftstadt dringend benötigt würden. Genauso sah das Fraktionschef Raymond Pieper (Freie Wähler). Der Neubau solle und dürfe nicht an Fragen etwa zur Parkplatzgröße scheitern.

3. Juni 2020 – Kölner Stadt-Anzeiger von Horst Komuth (Text), green!architects GmbH (Graphik)

KOMMENTAR: RICHTIG und WICHTIG
Horst Komuth zum geplanten Hotelneubau im Wirtschaftspark

Richtig und wichtig ist das Vorhaben, in Erftstadt nahe der Autobahn ein Hotel zu errichten. Diese Vorhaben in der jetzigen Zeit anzugehen ist mutig und zugleich ein Signal, dass auch Krisen mal ein Ende haben. Wer zu lange in der Schockstarre verharrt, riskiert, den richtigen Zeitpunkt für eine Investition zu verpassen.
Und nicht nur das. Wer in Zeiten von Corona Mut zur Tat beweist, kann auch die Gunst der Stunde nutzen. Welche Kommune freut sich in diesen Wochen nicht, wenn Millionen investiert werden. In Erftstadt bewarb sich vor Monaten schon einmal ein möglicher Investor für einen Hotelneubau. Doch da zierten sich manche Politiker noch.
Dass es nun doch klappt bleibt zu hoffen. Ganz in trockenen Tüchern ist die Sache nämlich nicht. Denn es gibt noch keinen Betreiber.
Die Ansiedelung hätte auch ganz anders laufen können. Statt auf Investoren zu warten, hätte die Stadt die Vergabe des Grundstücks für Hotelinvestoren ausschreiben können. Gut möglich, dass das Projekt dann bereits viel weiter wäre.