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Standort mit Ausblick

Stadtrat beendet Zusammenarbeit mit Investor

verfasst am 17. Dezember 2015 um 9:30 Uhr

WIRTSCHAFTSPARK: Möbelhaus ist vorerst vom Tisch – André Kleinpoppen will Betreiber nicht preisgeben

Erftstadt. Es wird vorerst nichts mit einem Möbelhaus im Erftstädter Wirtschaftspark. Jedenfalls nicht mit dem Solinger Unternehmen „Kleinpoppen Projekte“. Der Erftstädter Stadtrat hat sich am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit nicht weiter fortzusetzen und das Grundstück im Wirtschaftspark, das für das Möbelhaus vorgesehen war, nicht an Kleinpoppen zu verkaufen.

Im öffentlichen Sitzungsteil war eine turbulente Debatte vorangegangen. Investor André Kleinpoppen stand den Politikern zwar Rede und Antwort. Den Namen des künftigen Möbelhaus-Betreibers wollte er aber auch auf hartnäckige Nachfragen hin nicht preisgegeben. „Ich bin dem Mieter gegenüber die Verpflichtung eingegangen, den Namen nicht zu nennen“, sagte Kleinpoppen. Daran werde er sich halten.

Er begründete seine Haltung mit dem enormen „Verdrängungswettbewerb“ in der Möbelbranche. Wenn er den Betreiber benenne, dann sei zu befürchten, dass die Konkurrenz alle Möglichkeiten ausschöpfen werde, um das Vorhaben zu verhindern oder das Verfahren in die Länge zu ziehen. So sei es bei einem seiner Vorhaben in Düsseldorf geschehen.

Die Politiker befürchteten, einer „Luftnummer“ aufzusitzen. Als privater Investor, so versichert Kleinpoppen, sei er selbstverständlich daran interessiert, dass das Gebäude dauerhaft vermietet werde. Und genutzt werden könne es ausschließlich als Möbelhaus, andere Verwendungsmöglichkeiten gebe es schlichtweg nicht. Kleinpoppen betonte auch, dass in einem städtebaulichen Vertrag das Sortiment im Detail festgelegt werde und dadurch gesichert sei, dass zentrenrelevante Waren nicht mehr als zehn Prozent ausmachten; aber wer der Betreiber sein soll, werde er den Ratsherren auch hinter verschlossenen Türen nicht verraten. Referenzprojekte wollte Kleinpoppen ebenfalls nicht nennen. Daraus könne man Rückschlüsse auf seinen Partner in Erftstadt ziehen.

Für CDU-Fraktionschef Alfred Zerres war das zu viel der „Geheimniskrämerei“, wie er sagte: „Sollen wir hier veräppelt werden?“ Nach dem Motto „Vogel friss oder stirb“ werde man sicherlich nicht verfahren. „Ich bin stinksauer, so etwas sind wir hier nicht gewohnt.“

„Ich kann nicht nachvollziehen, dass es sich bei Möbeln um so hochbrisante Artikel handeln soll“, sagte Gabriele Molitor (FDP). Es falle ihr schwer, für ein Projekt, über das man so wenig wisse, die Hand zu heben und dies vor den Bürgern zu vertreten. Dass ein Möbelhaus im Wirtschaftspark eine Bereicherung für die Stadt sein könnte, darin waren sich viele Politiker einig. „Wenn kein Vertrauen da ist, wird es aber schwierig, zusammenzuarbeiten“, betonte Bernd Bohlen (SPD). Eine „Sternstunde für die Wirtschaftsförderung“ sei es allerdings auch nicht, wenn die Verhandlungen mit Kleinpoppen nun nach drei Jahren ergebnislos abgebrochen würden.

17. Dezember 2015 – Kölner Stadt-Anzeiger von Patrik Reinartz