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Standort mit Ausblick

Stadt sucht Investor für neues Hotel

verfasst am 25. September 2013 um 15:51 Uhr

Erftstadt. Die Erftstädter Stadtverwaltung bemüht sich bei potenziellen Investoren darum, auf ihrem Stadtgebiet ein Hotel der Mittelklasse bauen zu lassen. Wie die Verwaltung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung mitteilte, hätten drei Investoren entsprechendes Informationsmaterial für weitere Überlegungen erhalten.

Bei den Daten handelt es sich um das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde und von der Firma „Stiwa – Valuation & Consulting“ aus Bayern erarbeitet wurde. Eine Rückmeldung erhielt die Verwaltung bereits. Doch sie will nicht lockerlassen, und auf der bevorstehenden Immobilienfachmesse „Expo Real“ in München weiter um Investoren für ein Hotel in Erftstadt werben, kündigte Dr. Ludger Risthaus, Leiter des städtischen Eigenbetriebes Immobilien an.

Gutachter Matthias Niemeyer sieht im Ballungsraum Rhein-Erft nahe Köln zwar grundsätzlich einen Zukunftsmarkt. Doch er wies im Ausschuss auf auf überzogene Erwartungen hin. Hotels mit drei oder vier Sternen gebe es in Ereftstadts NAchbarschaft zu genüge. Die vier kleinen Erftstädter Hotels (plus einem Hotel garni und zwei Gasthöfen) in Erftstadt seiene mit 26 Prozent eher gering ausgelastet. Kreisweit seien es immerhin 36 Prozent. Andererseits gäbe es da aber die ausgezeichnete Verkehrsanbindung an den Autobahnen 1 und 61. Zudem gebe es Potenzial bei Nachfragen für Tagungen und Konferenzen auch aufgrund der Förderung durch den Rhein-Erft-Tourismus, die Nähe zu den Messen in Kölnund Düsseldorf, aber auch eine steigende Nachfrage aus der Forschung im Umfeld der Universitäten und Hochschulen von Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf.

„Ein Hotelneubau sollte möglichst einer bestimmten Kette angehören“ Matthias Niemeyer, Gutachter

Niemeyers Fazit: „Ein Hotelneubau in Erftstadt sollte der Kategorie „Modernes Economy-Hotel“ mit zwei bis drei Sternen entsprechen und möglichst einer bekannten Kette, wie Ibis, B & B oder Holiday Inn Express, angehören. Empfohlen wird eine Betriebsgröße von 80 bis hundert Zimmern. Eine Gastronomie in überschaubarem Rahmen reiche aus (Frühstücksraum, maximal kleines Bistro oder Lounge). Zusätzlich solle es ein begrenztes Konferenzangebot, kleine Wellnesseinrichtungen geben. Die Gesamtinvestition solle nicht sieben Millionen Euro überschreiten, um wirtscahftlich zu sein. Ideal sein ein Standort nahe derAutobahn, etwa im Wirtschaftspark.

Eine Konkurrenz zu den preisgünstigen Hotels am Kreuz Köln-West solle in Erftstadt nicht aufgebaut werden. Das bringe nichts, zeigte sich Ausschussmitglied Carla Neisse-Hommelsheim überzeugt. Stattdessen solle ein attraktiver Standort in der Nähe eines der beiden großen Stadtteile Erftstadts gesucht werden. Der Neubau sei aber grundsätzlich unverzichtbar, so Ausschussmitglied Marianne Ludemann. „Bei größeren Hotels ist Erftstadt ein weißer Fleck auf der Landkarte. Dadurch geht Erftstadt viel Geld durch die Lappen.“

Sinnvoll sei, ein Hotel zu bauen, das ein gewisses Alleinstellungsmerkmal aufweise, meinte CDU-Mann Friedrich Schäfer. Die SPD winkt ab. „Das Ergebnis des Gutachtens ist ernüchternd. Und für einen Neubau an zentraler Stelle in Lechenich oder Liblar ist einfach kein Platz“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. „Es gibt Wünsche, aber keine Investoren. Sollte eine Billigkette investieren, wird das den örtlichen Einzelhandel kaum beflügeln“, so Bohlen.

25. September 2013 – Kölner Stadt-Anzeiger von Horst Komuth