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Standort mit Ausblick

Erftstadts teuerster Parkplatz

verfasst am 7. September 2012 um 16:47 Uhr

Erftstadt-Lechenich. Zu einem beliebten Ziel für Lastwagen und Busse haben sich die mit Schotter befestigten Randstreifen an der Otto-Hahn-Allee im Erftstädter Wirtschaftspark entwickelt. An Wochenenden stehen die großen Vehikel Stoßstange an Stoßstange. „Und es wird von Woche zu Woche schlimmer. Selbst an der Verbindungsstraße zum Albert-Einstein-Ring wird jetzt geparkt“, hat die CDU-Stadtverordnete Marianne Ludemann beobachtet. „Aber wir haben nicht den Gewerbepark geschaffen, um einen internationalen Parktourismus für alle möglichen Lkw zu fördern. Der Wirtschaftspark droht zu Erftstadts teuerstem Parkplatz zu werden. Viel investiert, nichts verdient.“

Zusammen mit ihrem Parteifreund Albert Granrath hat Ludemann nun eine politische Initiative gestartet, um der Parkerei im Wirtschaftspark ein Ende zu bereiten. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, Parkverbote zu erlassen. Schließlich führe der Lkw-Tourismus auch zu einer zusätzlichen Belastung der ohnehin stark befahrenen städtischen Straßen. Wenn das Logistikunternehmen DPD nächstes Jahr seinen Betrieb aufnehme, sollten die Kleintransporter möglichst über die Otto-Hahn-Allee und nicht über die Bundesstraße 265 zur Autobahn 1/61 gelangen. Da würde jeder Wagen, der von und zu den Parkplätzen im Gewerbepark fahre und mit Rangiermanövern den Verkehr blockiere, nur unnötig stören. Der CDU sei bewusst, dass die Lastwagen wegen Parkplatzmangels an den Autobahnraststätten auf den Gewerbepark auswichen. „Doch Erftstadt ist doch nicht für Verkehrsprobleme aus der ganzen Region verantwortlich“, argumentiert Ludemann.

Der Stadtverwaltung ist das Problem im Wirtschaftspark bekannt. Ein Problem für den fließenden Verkehr gebe es aber noch nicht, sagt Paul Böcking, Leiter des Eigenbetriebs Straßen. Die Seitenstreifen der Allee seien nur mit Schotter befestigt und die Straße selbst noch nicht endgültig ausgebaut. Somit könnten noch keine Schäden an der Straße angerichtet werden. Eine endgültige Straßendecke werde erst verlegt, wenn ein bestimmter Anteil an Grundstücken verkauft und Anlieger an den Kosten des Straßenausbaus beteiligt werden könnten.

Allerdings gebe es in der Verwaltung Überlegungen, wie sich aus der Not eine Tugend machen lasse: Vielleicht könne man ja Geld verdienen, wenn man Parkplätze bereitstelle. Eine abschließende Meinung habe man sich in der Verwaltung noch nicht gebildet, so Böcking. „Wenn wir gebührenpflichtige Lkw-Stellplätze schaffen, müssen wir mehr als eine Schotterpiste anbieten. Dann müssen wir auch Nägel mit Köpfen machen, den Untergrund der Fläche ordentlich befestigen, für sanitäre Anlagen und Beleuchtung sorgen.“ Das Ganze müsse nun erst einmal durchgerechnet werden.

„Bloß nicht noch mehr Lkw in den Wirtschaftspark lotsen“, warnt hingegen SPD-Fraktionschef Bernd Bohlen. Schon jetzt böten die Brummis, Busse, ein mit Schrott beladener Container und verblasste Werbeplakate des Parks einen „katastrophalen Anblick“. Der Wirtschaftspark habe ein Vorzeigeobjekt für Erftstadt werden sollen. Viel Geld sei investiert worden, die gepflegteste Grünanlage finde man hier. Doch Unternehmen siedelten sich kaum an. Die Wirtschaftsförderung der Stadt sei gefragt. Nur noch solche Lastwagen sollten parken dürfen, die auch tatsächlich vor Ort etwas anliefern. Und was die Busse betreffe, solle mit dem ortsansässigen Unternehmen geklärt werden, ob dieses die Fahrzeuge künftig wieder auf einem eigenen Betriebsgelände abstellen könne. Für die Lastwagen gebe es einfach zu wenig Parkplätze an den Autobahnen. „Dafür aber ist der Landesbetrieb Straßen zuständig. Er muss sich um das Problem kümmern“, fordert Bohlen.

5. September 2012 – Kölner Stadt-Anzeiger, Horst Komuth

Wo sollen die Brummis parken?

Zur Diskussion um die Lastwagen im Erftstädter Wirtschaftspark

PRO: Man staunt doch immer wieder, worüber sich Menschen aufregen können. Die einen stört der Löwenzahn in des Nachbarn Wiese, den anderen das Lachen der Kinder auf dem Schulhof. Und dann gibt es Leute, die ärgern sich, wenn im Wirtschaftspark Lastwagen parken. Zugegeben, ein ausgewiesener Parkplatz ist das nicht. Aber das Argument, dass dort Straßen beschädigt würden, zieht nun wirklich nicht. Wir wollen doch hoffen, dass die Straßen – wenn sie denn einmal fertig werden – für Schwerlastverkehr ausgelegt sind. Das wäre sonst eine weitere Panne in der nicht sehr glücklichen Geschichte des Wirtschaftsparks.

Der Anblick parkender Lastwagen – wenn man ihn denn besonders hässlich findet – stört wohl kaum anderswo so wenig. Ein Gewerbegebiet (und das ist der Wirtschaftspark schlicht und einfach) ist nun mal keine Flaniermeile, einen Spaziergang macht da keiner. Wo sollen die Lkw-Fahrer denn hin, wenn die Raststätten völlig überfüllt sind? Und ein Lastwagenfahrer, der in Lechenich ausgeschlafen hat, ist mir allemal lieber als ein übermüdeter auf der Autobahn.

Ulla Jürgensonn

CONTRA: Rasches Handeln ist geboten So sehr man die Parkplatznot für Lastwagen verstehen kann – aber so geht es nicht! Der teuer hergerichtete Wirtschaftspark darf nicht zum Parkplatz-Dorado für Brummis aus Nah und Fern werden. Heute sind es zehn, morgen 50 und bald 100 Trucks, die an der Otto-Hahn-Allee stehen. Man kennt das doch: Wenn kostenlos so viel Parkraum zur Verfügung steht, spricht sich das rasend schnell rum. Zumal es hier Tankstelle und Fastfood-Läden auch gleich um die Ecke gibt.

So attraktiv das für die Trucks ist, Erftstadt hat davon rein gar nichts. Nur zusätzliche Verkehrsbelastung und einen hässlichen Anblick des Parks bringt es der Kommune. Es reicht schon, dass verblasste und vergilbte Werbetafeln am Wirtschaftspark stehen. Da müssen nicht auch noch Lkw-Anhänger und Container mit Schrottladung das Bild trüben und damit potenzielle Grundstücksinteressenten abschrecken. Die Verwaltung muss handeln, Parkverbote erlassen und diese auch überwachen. Der Landesbetrieb sollte zudem dringlich auf das Problem mit der Parkplatznot an den Autobahnraststätten hingewiesen und auf eine rasche Lösung gedrängt werden.

Horst Komuth