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Standort mit Ausblick

Das Herz des Depots

verfasst am 11. Oktober 2012 um 16:42 Uhr

Erftstadt-Lechenich. Noch fehlen einige Teile der Sprinkleranlage, die Videoüberwachung ist auch noch nicht installiert, und Handwerker arbeiten an der Lüftungsanlage. Und doch kann bereits von einem imposanten Ergebnis gesprochen werden, das sich auf dem Gelände am Carl-Benz-Ring im Wirtschaftspark Erftstadt präsentiert. Der Neubau des Paketumschlagszentrums von DPD (Dynamic Parcel Distribution) geht in die heiße Phase.

Mit dem Ende der Arbeiten an den Außenbauten starten nun die ersten Testläufe an der Sortieranlage. „Das Herz unseres neuen Depots“, wie Niederlassungsleiter Martin Klein die hochmoderne Anlage bezeichnet. Noch ist Klein Chef der DPD in Frechen. Mit dem Umzug des Depots in den Wirtschaftspark nach Erftstadt wird er auch in Erftstadt neuer Niederlassungsleiter.

20 000 Testpakete

Um den ersten Puls des neuen Herzens fühlen zu können, haben er und seine Leute in den vergangenen Wochen und Monaten mehr als 20 000 Testpakete gebastelt, damit diese nun in Testläufen über die Förderbänder gleiten können. Allein die Erftstädter Firma Füngeling hatte 12 000 Dummys geliefert, Klein selbst hat in Heimarbeit 124 Schachteln geschnürt. Tatsächlich laufen die ersten Bänder wie am Schnürchen. Vor den Augen Kleins und den Augen der zuständigen Ingenieure wird eine Reihe verschieden großer Pakete auf einem Förderband transportiert und an einer Schnittstelle mit einem anderen Förderband auf dieses umgeschlagen – immer im selben Winkel, stets mitten auf eine Förderparzelle. Die ersten Sortierversuche scheinen haargenau zu sitzen. Klein wirkt zufrieden.

In nur wenigen Wochen sollen die großen Tests der Sortiertechnik der Anlage starten. Noch sind es die kleineren Vorprüfungen, die täglich im neuen Depot laufen. Ab November steht die komplette Förderanlage im Inneren der Umschlagshalle. Dann werden dort in umfangreichen Testläufen die mehr als 20 000 Dummypakete aufgeladen, automatisch sortiert, vermessen, gescannt, und auf den richtigen Weg gebracht – also per Förderband zum richtigen Lastwagen geliefert. Denn das ist ist es, was in dem künftig größten und modernsten Umschlagszentrum von DPD europaweit passieren wird.

250 Fahrzeuge

Rund 81 000 Pakete werden künftig pro Tag in dem neuen Paketumschlagszentrum angeliefert. Die Pakete werden entladen, die mächtige Sortieranlage kategorisiert die Pakete in drei Größen und sortiert sie automatisch nach Auslieferungsort. Klein: „Die Anlage erkennt über den gescannten Barcode, wo das jeweilige Paket hinkommt“, erklärt Klein. So werden beispielsweise alle Pakete auf ein Förderband zu einem Lkw transportiert, der sie nach München bringt. Von Erftstadt aus sollen diese 81 000 Pakete täglich auf knapp 70 Strecken gebracht werden. Alle führen direkt in ein weiteres Depot, von wo aus die Pakete dann an ihr Ziel ausgeliefert werden. Ab mittags werden die Mitarbeiter diesen Abtransport vorbereiten, und die sortierten Pakete werden auf die Lastwagen geladen. Diese machen sich ab 20 Uhr abends auf den Weg quer durch Deutschland. Klein: „Allerdings starten nicht alle auf einmal.“ So komme es zu keinen Verkehrsbehinderungen, sagt Klein. Zudem würden 50 000 bis 55 000 weitere Pakete am Tag in Erftstadt angeliefert und von dort aus direkt zugestellt werden. Für diesen Geschäftszweig stehen 250 Zustellfahrzeuge bereit, und der Lieferverkehr startet um 7 Uhr morgens.

Schnell und zuverlässig muss die neue Förderanlage in der Umschlagshalle sein. Auf zwei jeweils 400 Meter langen Sortierbändern können nach der Inbetriebnahme rund 18 000 Pakete pro Stunde mit einer Geschwindigkeit von 2,5 Metern pro Sekunde über die Bänder laufen. Dabei laufen die Bänder erstaunlich leise, sodass die Ohren der Mitarbeiter geschont werden.

Bis die Sortieranlage läuft, werden noch Wochen vergehen. Am 21. Dezember aber soll der Betrieb umgestellt werden. Das ist Kleins großer Wunsch. Und der soll pünktlich zu Weihnachten erfüllt werden.

9. Oktober 2012 – Kölner Stadt-Anzeiger, Britta Havlicek

DPD im WirtschaftsPark Erftstadt